Das war die Demo in Saal…

Die Demo am Samstag (24.05.14) in Saal gegen den geplanten Test-frac ist störungsfrei zu Ende gegangen. Bei schönstem Maiwetter trafen sich ca. 220 protestierende Menschen in dem kleinen Ort bei Barth. Der Demonstrationszug verlief wie geplant vom Ortskern am Fußballplatz bis zur Bohrstelle. Zu Beginn und am Ende wurde jeweils eine Kundgebung abgehalten, wo AnwohnerInnen, angereiste AktivistInnen und Vertreter von Umweltschutzverbänden und Parteien zum Thema informierten, und zum vehementen Protest gegen das Erdölfracking aufriefen.
Vertreter und Angestellte von CEP beobachteten das renitente Treiben in sicherer Entfernung hinter dem Zaun des Bohrstellengeländes. Sie kamen nicht heraus, um sich auf eine Diskussion einzulassen oder eine Stellungnahme abzugeben.
Dabei konnte man auf den Kundgebungen manches interessante Detail zu den Hintergründen des Vorhabens erfahren.
So warnte z.B. ein Vertreter einer BI aus Uelzen/ Niedersachen vor den Risiken der Erdölförderung, die z.B. in Minierdbeben bestehen, welche durch das Bohren und Fracken in dieser spannungsreichen geologischen Zone entstehen können. Durch die Erdbeben ist u.U. mit Schäden an Gebäuden des nahegelegenen Ortes zu rechnen. AnwohnerInnen sollten Gutachten ihrer Gebäude vor Aufnahme der Hauptaktivitäten von CEP machen, und LandwirtInnen sollten den Boden ihrer Felder auf Schwermetalle analysieren lassen. Die Reinigung des nicht nutzbaren Fördergases vor dessen Abfackeln auf kaum 5m hohen Fackelrohren sei nur unzureichend; die Abgase seien beladen mit einer Fracht aus Ruß, Schwermetallen und Quecksilber, die sich auf benachbarte Felder niederschlägt. CEP habe vor dem Beginn der Bohrarbeiten kein Umweltverträglichkeitsgutachten erstellen lassen, und das obwohl die Bohrstelle nur wenige hundert Meter vom Saaler Bodden entfernt liegt, der zum Nationalpark Vorpommersche-Boddenlandschaft gehört. AnwohnerInnen berichteten von nächtelanger Belästigung durch Bohrstellenscheinwerfer und ohrenbetäubenden Lärm, von unbefugtem Betreten von Grundstücken, um Messungen durchzuführen.
Kritik war v.a. auch gegen die behördliche Genehmigung zu hören, die auf dem schon sehr betagten Bergrecht beruht. Das Bergrecht sieht keine AnwohnerInnen-Mitbestimmung vor. Auch Umweltverbände wurden nicht hinzugezogen. Solch anachronistisches Herrschaftsgebaren entbehrt jeglicher Beachtung der Grundregeln modernen Demokratieverständnisses. Somit drängt sich, wie so oft, der Eindruck einer allzu starken Verquickung von global tätigen Wirtschaftsvertretern und staatlicher Gewalt auf, die die Züge einer Diktatur trägt.
So sieht nach unsrer Auffassung auch nicht die vielbeschworene Energiewende aus! Um das fossile Energiezeitalter in Deutschland um geschätzte 2 Wochen zu verlängern, wird durch diese geplante Ölförderung die besonders schützenswerte Natur der vorpommerschen Ostseeküste auf Gernerationen durch Verschmutzung gefährdet.
Die Menschen in Saal und Umgebung wollen jedoch noch nicht aufgeben. Mit weiteren Aktionen unter der Mithilfe der Presse, wollen Sie weiter informieren und öffentlichen Druck gegen das Vorhaben aufbauen. Noch ist es nicht zu spät, die Kurve zu kriegen, um eine echte Energiewende auf den Weg zu bringen. „Die Steinzeit ist nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen“…, sondern durch die vernünftige Einsicht von Menschen, dass es auch andere Mittel gibt – Wir müssen also nicht den allerletzten Tropfen Öl aus unserer alten, gebeutelten Mutter Erde pressen, um ein erfülltes Leben zu führen.

No frac! Energiewende jetzt!

weiterlesen:

gegen-gasbohren.de

Presseecho:

NDR-Nordmagazin
Ostseezeitung vom 26.05.14

Video zur Demo vom mpz Hamburg
Audiolink auf freie-radios.net





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