Gesundheitsgefahren durch Fracking – eine ärztliche Stellungnahme

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Auch in der Region um Rostock laufen die Vorbereitungen für ein groß angelegtes Fracking. (z.B. in der Gemeinde Saal am Bodden). Beim Fracking werden tonnenweise ein Gemisch aus Wasser (entnommen meist aus Trinkwasserreservoiren), Sand und Gemisch von z.T. hochgiftigen Chemikalien (Frac-Fluid genannt) unter großem Druck in entsprechende Bohrlöcher gepresst, um undurchlässiges und hartes Gestein zu lösen. Dadurch erhofft man sich an die Reste von Erdgas und Erdöl zu gelangen, die sonst nicht ausbeutbar wären. Neben der hochgiftigen Frac-Fluid, die in großen Tankwägen abtransportiert oder in die Bohrlöcher später wieder verpresst werden sollen, fallen auch große Mengen von Lagerstättenwasser an, die meist ebenfalls mit krebserzeugenden Substanzen (z.B. Benzol), radioaktiven Gasen (z.B. Radon) und giftigen Schwermetallen kontaminiert sind und entsorgt werden müssen. Dabei kann das Grundwasser, die Luft und der Boden in der Umgebung von den Bohrlöchern stark verunreinigt und geschädigt werden.

Gesundheitliche Risiken sind noch nicht hinreichend erforscht, aber aus Erfahrungen von 1 Mill. Fracks in den USA müssen wir die gesundheitlichen Gefahren als besorgniserregend einstufen. Deshalb haben schon mehr als 1000 heilberuflich Tätige in den USA sich in einem offenen Brief an Präsident Obama gewandt und die sofortige Einstellung des Frackings aus gesundheitlichen Gründen gefordert.

Im Einzelnen bleibt die Zusammensetzung der etwa 700 verschiedenen chemischen Substanzen in der Frac-Flüssigkeit ein Betriebsgeheimnis. Wir wissen aber, dass darunter Krebs verursachende, Gen verändernde, zu Missbildung bei Kindern führende Substanzen sind. Diese dürfen in keiner noch so kleinen Menge in die Umgebung oder ins Grundwasser oder gar in den menschlichen Körper gelangen, ohne dass die Gefahr besteht, gesundheitliche Schäden bei Pflanzen, Tier und Menschen hervorzurufen.

Die mit dem Frac-Vorgang produzierten Feinstaubbelastungen (Kompressoren, Tanklastzüge, sonstige Maschinen) verstärken allergische Erkrankungen und verursachen vielfältige Lungenerkrankungen.

Im Boden fest eingeschlossene Substanzen wie Benzol, Radon oder Schwermetalle erreichen die Erdoberfläche und sind eine gesundheitliche Gefahr für mehrere Generationen. (Genveränderungen, teratogene Schäden, Krebserzeugung, unspezifische Allgemeinerkrankungen, z.B. herabgesetztes Abwehr- und Immunsystem)

Krank durch Fracking?

Bei mehr als 1 Mill. Fracs in den USA treten vermehrt in der Umgebung der Bohrlöcher allgemeine gesundheitliche Beeinträchtigung unter der Bevölkerung auf, die zum signifikanten Anstieg von Gesundheitskosten geführt haben.
In vielen Gegenden um die Fracking-Bohrstellen hat sich die Lebensqualität der Bevölkerung durch Staub, Schmutz, Lärm, signifikanten Umweltschäden, psychischer Anspannung und Angst deutlich verschlechtert.
In Colorado gibt es einen signifikanten Anstieg bei angeborenen Herzfehlern und Rückenmarksmissbildung unter der ansässigen Bevölkerung in den Gegenden, wo Fracking angewandt wird.
Aus politischen und finanziellen Gründen werden keine frühzeitigen epidemiologischen Studien zu den potentiellen Gesundheitsgefahren angefertigt. Mit dem sogenannten „Nicht-Wissen“ will man von vornherein eventuelle Schadensersatzansprüche von Bewohnern der Umgebung unterlaufen. Das erzeugt neue Angst, Wut, finanzielle, soziale und psychische Unsicherheiten.

Im Sinne eines präventiven Gesundheitsschutzes ist von Ärzten und Heilberuflern das Fracking abzulehnen, zumal es gesundheitlich bessere Alternativen zur Energiesicherung gibt.

Ernst-Ludwig Iskenius (Arzt)
(Mitglied der Ärzte in sozialer Verantwortung)

Literatur:

Literatur_HAeB_05_2014_Gesundheitsgefahren durch Fracking

weitere Infos und Material zum Thema:

„Gasland“ Dokumentation zu den Folgen von Fracking in den USA… scary!

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