Archiv für Juni 2014

Saal: Menschenkette protestierte gegen Fracking-Start

Gestern (16.06.2014) hat CEP begonnen, Stimulationsflüssigkeit in den geologischen Untergrund zwischen Saal und Bodden zu pumpen. Dieser Vorgang wird allgemein als „Fracken“, also das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten zur Öl- und Gasförderung bezeichnet. Die beteiligten Firmen bevorzugen allerdings Euphemismen wie „Hydraulische Stimulation“ u.a., weil sich „Fracking“ seit den zahlreichen Negativerfahrungen mit dieser Technik nicht mehr so gut anhört. Auf dem Gelände war reges Treiben zu beobachten. Zahlreiche Fahrzeuge der US-Firma Halliburton, welche die Fracking-Technik zur Verfügung stellt, standen auf dem etwa 1 ha großen, umzäunten Bohrgelände. Techniker arbeiteten am Bohrloch. In der Luft lag ein Geruch von Abgasen.

Luftaufnahme kurz vor dem Frac. Quelle: CEP

Gegen 15:00 Uhr fanden sich nach und nach etwa 50 Menschen vor dem Tor des Geländes ein, um gegen die Arbeiten zu protestieren. Nachdem sich entlang der straßenzugewandten Seite des Zaunes alle DemonstrantInnen aufstgestellt hatten, um sich die Hände zu einer Menschenkette zu reichen, brachen alle gemeinsam zu einem Protestspaziergang um das Bohrgelände auf. Auf einer erhöhten Fläche auf der Rückseite des Bohrgeländes wurde eine Kundgebung abgehalten, wo Mitglieder der BI Erdöl Barth nochmals alle Anwesenden über den aktuellen Stand des Widerstands informierten. Das wurde vom CEP-Führungsstab von einem Dach eines Büro-Containerkomplexes aufmerksam beobachtet, sowie fotografisch und filmisch dokumentiert. Auch regionale und bundesweite Presse war zahlreich anwesend: Erste Berichterstattung gibt es u.a. von NDR und Wall-Street-Journal (!) Auch das ZDF interviewte.

Ostseezeitung (pdf)

Die Naturfreunde Berlin haben für morgen 17:00 Uhr zu einer Protestkundgebung vor der Deutschlandzentrale von CEP in Berlin aufgerufen.

Fukushima noch immer desaströs – Anti-AKW-Bewegung erzielt Erfolg in Japan

Seit nunmehr mehr als drei Jahren erleben wir den SuperGAU in Japan. Wie er ausgeht, ist nach wie vor ungewiß. Die Mainstream Medien schweigen sich aus, teilweise gibt es Falschmeldungen.

Der folgende Link gibt einen guten Überblick über die Entwicklung der letzten Monate, daher möchten wir Ihn hier nochmals verbreiten und werden ihn auch auf die Homepage stellen.

truthdig.com „fukushima is still a disaster“

Artikel als pdf:

Truthdig – News Flash_ Fukushima Is Still a Disaster

(Kurze) Zusammenfassung:

Japan macht den Atomausstieg vor und ist nach wie vor atomkraftfrei!
Das Wiederanfahren anderer Reaktoren wurde unter Hinweis auf fehlende zuverlässige Szenarien, wann und wo sich das nächste Erdbeben ereignen wird, vor Gericht gestoppt. Herzlichen Glückwunsch an die Anti-Atombewegung.

Die Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern ist nun 40mal so hoch, wie normal. Mehr als 46% der Kinder haben präkanzeröse Knöllchen und Knoten an der Schilddrüse.

Die leichtere Hälfte der Brennelemente (BE) ist aus dem Abklingbecken des Reaktors IV geborgen, mindestens drei Aggregate mit BE stecken fest. Der schwierigere Teil kommt jetzt, denn sie haben (verständlicherweise) mit den einfacher zu bergenden BE begonnen.

Die Radioaktivität erreicht langsam die Küsten der USA und Kanada

Mindestens 300 t teils hoch kontaminiertes Wasser wird täglich ins Meer „entlassen“.

Über ein Satirebuch, welches mittlerweile in Japan zum Bestseller wurde, ist bekannt geworden, dass kurz nach Beginn der Katastrophe 700 AKW-Arbeiter geflohen sind, übrig blieb nur eine Kernmannschaft (gut, kleiner Kalauer muß auch mal sein). Der Geschäftsführer des Fukushima AKW (damals auch im AKW geblieben) ist an Krebs gestorben.

Der Eiswall ist genehmigt. Bauzeit mindestens 2 Jahre, Kosten: viel bis sehr viel, vor allem im Betrieb (aber dann gibt es wieder ein Argument mehr, die AKW wieder hochfahren zu müssen). Wirksamkeit: fraglich. Notwendigkeit: Tja, hierzu nur soviel, dass kurz nach Beginn des SuperGaus eine unterirdische Mauer aus Ton-Zementgemisch im Gespräch war, welche damals wahrscheinlich schlimmeres verhindert hätte, schnell errichtbar gewesen wäre und keine Unterhaltungskosten gehabt hätte.

Die Bevölkerung ist zunehmend verärgert über die offizielle Politik der japanischen Regierung (Wiederansiedlung, Verharmlosung der Wirkung von radioaktiver Strahlung, Radioaktivitätsmessungen „umgehen“; Festhalten an der Atomkraftnutzung). Dies ist aus zweierei Hinsicht bemerkenswert: – Die Mainstream-Medien sind auf Linie gebracht und bringen verharmlosende Meldungen oder keine.
– Illoyal werdende Menschen an Entscheidungspositionen werden ausgetauscht, zuletzt Köpfe der nuklean Regulierungs-Behörde, die erst 2011 als Reaktion auf den Beginn des SuperGAU mit dem Ziel gegründet wurde, dafür zu sorgen, dass nukleare Katastrophen nie wieder passieren werden.

Erdölfracking Saal: mangelhaftes Genehmigungsverfahren

Saal, 4.6. 2014

Umweltberichte und Naturschutzbehörden wurden im Genehmigungsverfahren nur mangelhaft oder gar nicht eingebunden. Bürgerinitiative Erdöl Barth sieht große Gefahren bei der Testförderung durch die Firma Central European Petroleum GmbH. Am Tag des Fracking wird es weiteren öffentlichen Protest geben.

In Saal (M-V) steht die Anwendung der umstrittenen Fracking-Technologie zur Testförderung von Erdöl unmittelbar bevor. Die Bürgerinitiative Erdöl Barth ruft zum Protest auf! Wir bilden eine Menschenkette und umstellen den Bohrplatz! Wenn Sie rechtzeitig informiert werden wollen, um dabei zu sein, dann wenden Sie sich an uns unter:

BIErdoelBarth ÄT gmail.com

Wir fordern bezüglich des mangelhaften Genehmigungsverfahrens:

Eine sofortige Einbeziehung und Umsetzung des Umweltberichts zum regionalen Raumentwicklungsprogramm Vorpommern in die Genehmigungsverfahren betreffend das Erlaubnisfeld „Grimmen“.

Eine sofortige Einbeziehung der unteren Naturschutzbehörde, sowie der Naturschutzabteilung des LUNG in Güstrow in die Genehmigungsverfahren betreffend das Erlaubnisfeld „Grimmen“.

Eine Auflistung und detaillierte Kennzeichnung von Ausschlussgebieten für die Ölförderung im Erlaubnisfeld „Grimmen“ auf Grundlage des
Raumentwicklungsprogramms Vorpommern, den Natura2000-Richtlinien, der FFH-Verträglichkeitsprüfung durch die untere Naturschutzbehörde. Die Grenzen des Erlaubnisfeldes „Grimmen“ müssen daran angepasst werden.

Eine Neubewertung der Vereinbarkeit einer Ölförderung im Erlaubnisfeld „Grimmen“ mit den öffentlichen Interessen resultierend aus dem Umweltbericht zum Raumentwicklungsprogramm Vorpommern und den darin festgelegten Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebieten.

Wir rufen den Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen Ralf Drescher und den Ministerpräsiden-ten Erwin Sellering dazu auf, die Testförderung zu stoppen! Das Genehmigungsverfahren für die Testförderung Barth 11 muss neu geprüft werden!

Wir fordern eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung im Zuge sämtlicher Genehmigungsverfahren, die durch die Central European Petroleum GmbH beantragt wurden!

Wir bemängeln die unzureichende Einbindung der Träger öffentlicher Belange.

Die Beobachtungen der Tätigkeiten am Bohrplatz in Saal weisen aufgrund der Verzögerungen in der Umsetzung des Betriebsplans auf eine Terminierung der Fracking-Maßnahme in die zweite oder dritte Juniwoche 2014 hin.

FrackingFlyer_Tag X




kostenloser Counter