Archiv für Oktober 2014

Spätes gerichtliches Nachspiel für Castor-Transport nach Lubmin

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber unaufhörlich. So kommt es zu der absurden Situation, dass sich eine Aktivistin aus dem Raum Uelzen am 28. Oktober vor dem Amtsgericht in Ludwigslust wegen angeblicher Nötigung verantworten muss, für ein Ereignis, das fast vier Jahre zurückliegt:
Der erste Transportzug mit vier CASTOR-Behältern aus dem südfranzösischen Kernforschungszentrum Cadarache, wo 2.500 Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in Karlsruhe sowie aus dem ehemals atomgetriebenen Forschungsschiff Otto Hahn aufbewahrt wurden, startete am 14. Dezember 2010 und erreichte Lubmin am 16. Dezember 2010. Atomkraftgegner_innen hatten dagegen bundesweit protestiert. Zwischen Grabow und Ludwigslust war der Zug zum Halten gekommen. Bremer Polizeibeamte, die den Transport begleiteten, kesselten die Schar der Demonstrant_innen auf der Bahnböschung ein. Grund genug für die Staatsjustiz noch vier Jahre später gleich 21 Strafbefehle zu versenden.
Absurd sei, so die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), dass bei einem weiteren Transport zwei Monate später Aktionen der Atomkraftgegner_innen als Ordnungswidrigkeit eingestuft und geräuschlos abgewickelt wurden: die Demonstrant_innen mussten 25 Euro berappen.
Bei den Protesten gegen die Castortransporte nach Lubmin beteiligten sich auch zahlreiche Menschen aus dem Wendland, die BI unterstützt die Betroffenen. Der erste Prozess (Aktenzeichen 112 Js 30074/11, Geschäftsnummer 14 Cs 41/12) beginnt am 28. Oktober um 9:30 Uhr vor dem Amtsgericht in der Käthe-Kollwitzstraße in Ludwigslust. Die BI bietet zu diesem Zweck eine Mitfahrbörse für den Landkreis DAN an (Kontakt: BI Büro unter 05841-4684 oder buero(ÄT)bi-luechow-dannenberg.de).

Atomtransporte – PolDo: Achillesferse der Atomindustrie

Am 09. Oktober, 20:00 Uhr findet im Peter-Weiss-Haus Rostock wieder ein Antiatom-PolDo zum Thema Atomtransporte statt.

Inhalt der Veranstaltung:

Uranabbau in Kasachstan – Konversion in den USA – Anreicherung in Gronau – Herstellung von Brennelementen in Lingen – Abbrand im Kochkessel AKW – Urlaubstrip nach La Hague – Zwischenlagerung in Lubmin – Zwischen-Endlagerung in ??? – Uran ist viel unterwegs und dies nur einer der möglichen Reisewege. Überall entstehen nicht weiter verwendbare Abfallprodukte, die teils auch wieder auf große Reise gehen. Daher fährt quer durchs Land und über Wasser überall und ständig radioaktives Material rum und verstrahlt Boden, Atmosphäre und Biologie. Ohne Atomtransporte würde es keine Atomindustrie geben, sie sind die Achillesferse des Systems.
Der PolDo wird einen Einblick in dieses System geben, exemplarisch Tatorte benennen und die spezielle Situation der Häfen Hamburg und Rostock beleuchten.
Seid herzlich eingeladen.




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